Verkehrsprognose 2030 des BMVI

Das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hat eine aktuelle wissenschaftlich fundierte Verkehrsprognose mit dem Zieljahr 2030 vorgelegt. Die stärkste Steigerung von allen Verkehrsträgern verzeichnet der Luftverkehr.

Gemäß der Prognose wird die gesamte Verkehrsleistung im motorisierten Verkehr über alle Verkehrsträger von 1.117,3 im Jahr 2010 auf 1.261,7 Mrd. Personen-km im Jahr 2030 steigen, dies sind 12,9%. Die stärkste Steigerung ist dabei im Luftverkehr zu verzeichnen, nämlich mit 64,8%. Dies entspricht einer jährlichen Steigerungsrate von 2,5%. Bezogen auf Personen steigt das Verkehrsaufkommen im motorisierten Verkehr über alle Verkehrsträger lediglich um 3,8% im Zeitraum 2010-2030. Auch hier dominiert der Luftverkehr die Steigerungsrate mit 58,3%.

Die Studie stellt fest, dass der Luftverkehr neben „dem anhaltenden Trend zu Fernreisen im Urlaubsverkehr und der international zunehmenden Verflechtung der Wirtschaft vor allem auch vom Wachstum des sonstigen Privatverkehrs (Kurzreisen, Verwandten-/Bekanntenbesuche, vor allem auch von Personen mit Migrationshintergrund, sowie vom zunehmenden Reiseverkehr zwischen Freizeitwohnsitz und Heimatwohnsitz)“ profitiert. Das Wachstum sei allerdings deutlich geringer als in der Vergangenheit mit 3,6% p.a. zwischen den Jahren 1995 und 2013. Dies sei im schwächer angenommenen Wirtschaftswachstum begründet, das auf den Luftverkehr einen besonderen Einfluss habe.

Im Luftfrachtverkehr ergibt die Prognose eine Steigerung des Luftfrachtaufkommens in Deutschland von 2010 bis 2030 von 91,8% %, fast mit eine Verdoppelung. Die Wachstumsrate liegt mit 3,3 % allerdings deutlich unter dem Durchschnittswert zwischen 1995 und 2012 (+ 4,1 % p.a.). Die Studie weist allerdings auf mögliche störende Einflussfaktoren hin:

„Ob der Zuwachs, der vor allem durch das weiterhin bedeutende Außenhandelswachstum Deutschlands hervorgerufen wird, realistisch ist, hängt allerdings auch von der Entwicklung der Rahmenbedingungen ab, wie z.B. Nachtflugverbote, die deutsche Flughafenstandorte zum Teil gegenüber ausländischen Standorten benachteiligen. Eine Quantifizierung dieser Effekte kann an dieser Stelle nicht erfolgen; die Marktentwicklung zeigt jedoch nach wie vor eine stark wachsende Bedeutung des Luftfrachtverkehrs in Deutschland.“

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