Bodenabfertigungsdienste im Fokus der EASA

Mit Inkrafttreten der neuen Grundverordnung (EU) 2018/1139 wurde der Geltungsbereich der EASA auf das Gebiet der Bodenabfertigung ausgeweitet. Demzufolge sind in Anhang VII der neuen Grundverordnung die grundlegenden Anforderungen für Bodenabfertigungsdienstleister festgeschrieben. Diese werden darin aufgefordert, ihre Fähigkeit und die Verfügbarkeit der Mittel zur Erfüllung der Verantwortlichkeiten zu erklären, die mit den erbrachten Dienstleistungen verbunden sind.

Um herauszufinden, wie die neuen Zuständigkeiten im Bereich der Bodenabfertigungsdienste optimal erfüllt werden können, hat die EASA mit Unterstützung der Mitgliedstaaten und der betroffenen Interessengruppen einen Plan zur Festlegung eines europäischen Bodenabfertigungs-„Fahrplans“ ausgearbeitet. Diese „roadmap“ besteht aus drei Phasen: Ermittlung der Fakten, Festlegung des Umfangs der Roadmap und Umsetzung der Roadmap-Maßnahmen.

Die Ermittlung der Fakten umfasste die Analyse von Unfällen und Schäden in Zusammenhang mit Bodenabfertigungsdienstleistungen und Gespräche mit Beteiligten über die Funktionstüchtigkeit der Bodenabfertigungsdienste sowie deren Mängel. Aus der Analyse ergaben sich im Wesentlichen zehn Tätigkeitsbereiche, die näher betrachtet werden.

Zur Ermittlung der bestehenden Sichtweisen und der Erwartungshaltung führte die EASA Telefoninterviews mit den Mitgliedstaaten und betroffenen Akteuren durch, um Informationen über die Stärken und Schwächen des derzeitigen Systems zu sammeln, um die Entwicklung des Fahrplans für die Bodenabfertigung zu unterstützen. Die EASA befragte 47 Experten von 19 Zivilluftfahrtbehörden, zehn Flugplatzbetreiber, fünf Bodenabfertigungsdienstleister, drei Luftfahrtunternehmen sowie zehn Verbände, darunter auch die VDF.

Nach Angabe der EASA ergab die Analyse der Interviews einen Konsens zwischen den befragten von den Mitgliedstaaten und Interessenträgern benannten Experten, die im Rahmen der Bodenabfertigungs-Roadmap behandelt werden sollten, nämlich die Bereiche SMS, Ausbildung, Betriebsstandards, Ausrüstung und Personal.

Im nächsten Schritt wird die EASA gemeinsam mit Experten aus den Mitgliedsstaaten die benannte „roadmap“ gestalten.


 

 

 

 

 

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