Luftfahrtdienstleister – systemrelevant und dennoch bedeutungslos?

Mit dieser Frage befasst sich die Vereinigung der Dienstleister an Deutschen Flughäfen e.V. (VDF) und hat im Rahmen ihrer Reihe „VDF im Dialog“ zu einer hochkarätig besetzten Online-Veranstaltung eingeladen.

Gleich vier Bundestagsabgeordnete der Regierungskoalition, die im Parlament für das Thema Luftfahrt Verantwortung tragen, waren der Einladung gefolgt:                 

          Björn Simon 1             arno klare 1              Pressefoto WillschMdB 02 2             Andreas Rimkus 1                                                      

         Björn Simon (CDU)         Arno Klare (SPD)       Klaus-Peter Willsch (CDU)   Andreas Rimkus (SPD)

Zum einen die beiden Berichterstatter Luftfahrt  im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages Björn Simon, MdB (CDU) und Arno Klare, MdB (SPD) und zum anderen die beiden Berichterstatter Luftfahrt im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestages, Klaus-Peter Willsch, MdB (CDU), gleichzeitig Vorsitzender der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt, sowie Andreas Rimkus, MdB (SPD), ebenfalls Mitglied der Parlamentsgruppe Luft- und Raumfahrt.


Nachdem zuletzt im November 2020 auf Einladung von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ein Treffen der Luftfahrtbranche bezüglich der Herausforderungen durch die COVID-19-Pandemie ohne konkrete Zusagen für die „privaten“ bzw. „unabhängigen“ Flughafendienstleister verlaufen war, sollte nun ein neuer Versuch unternommen werden, den Blick der Politik auf diesen systemrelevanten Teil der Branche zu schärfen.


Bernd Stomphorst, VDF-Vorsitzender: „Wir haben den Eindruck, dass die organisatorischen wie auch finanziellen Sorgen und Nöte eines gesamten Zweigs der Branche bei der Politik bisher schlicht nicht angekommen sind. Obwohl wir Dienstleister mit unserem Einsatz und unserer Flexibilität jeden Tag den Luftverkehr überhaupt erst möglich machen, verschwinden wir in der politischen Diskussion über notwendige Unterstützung in der Bedeutungslosigkeit.“


Im Rahmen einer interaktiven Veranstaltung bot sich den Vertretern der führenden Abfertigungsunternehmen die Gelegenheit, sich und Ihr Unternehmen mit Ihren spezifischen Anforderungen und Herausforderungen vorzustellen. Im Anschluss konnten diese mit den politischen Gesprächspartnern unter der Moderation von VDF-Vorstandsmitglied Christian Joisten über Unterstützungsmöglichkeiten während und nach der Pandemie diskutieren.


Dabei wurde sehr deutlich, dass zum einen viele Corona-Hilfen mit den Strukturen der Flughafendienstleister gar nicht kompatibel sind und somit nicht greifen können. Zum anderen stand natürlich die Forderung im Raum, neben den gezielten Milliardenhilfen für die führenden deutschen Fluggesellschaften sowie dem Rettungspaket für die deutschen Flughäfen auch branchenspezifische Finanzhilfen für die Luftfahrtdienstleister zu gewähren. Des Weiteren wurde die Bitte an die Parlamentarier herangetragen, sich gemeinsam mit der Bundesregierung bei der EU-Kommission für unbürokratische Lösungen hinsichtlich der Verlängerung laufender Lizenzen einzusetzen. Immerhin wird es so gut wie keinem Dienstleister möglich sein, unter Pandemiebedingungen eine Amortisation seiner Investitionen zu erreichen.


Die Bundestagsabgeordneten sagten zu, die angesprochenen Punkte in die weiteren Beratungen des Bundestages und in Gespräche mit der Bundesregierung aufzunehmen, um diese bei zukünftigen Gesetzesvorhaben zu berücksichtigen.
So kündigten die Abgeordneten Arno Klare und Björn Simon an, sich intensiv für branchenspezifische Regelungen hinsichtlich zielgerichteter Corona-Hilfsstrukturen für die Luftfahrtdienstleister einzusetzen.


„Besonders wichtig für unsere Mitglieder ist, dass diese Veranstaltung die richtigen Impulse gesetzt hat und die teilnehmenden Bundestagabgeordneten konkreten Handlungen angekündigt haben“ resümiert Stomphorst abschließend.
„Die Systemrelevanz der Branche wurde klar bestätigt; von Bedeutungslosigkeit kann keine Rede sein. Die Erwartung unserer Mitglieder ist nun hoch, dass die vereinbarten Handlungen zu konkreten Ergebnissen führen.“

 

 

 

 

 

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